Medizinische Hilfsmittel - wann sich eine private Zusatzversicherung auszahlt

Plötzlich im Rollstuhl: Der Unfall hat alles verändert. Eine Situation, die in jeder Lebensphase eintreten kann und jeden treffen kann - jederzeit. Auch nach Operationen unterstützen notwendige Hilfsmittel die Krankenbehandlung oder helfen Behinderungen ausgleichen. Doch wer trägt die Kosten? Was zahlt die Gesetzliche noch?


Was medizinische Hilfsmittel sind

Was fällt unter die Kategorie medizinische Hilfsmittel? Grundsätzlich übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten notwendiger Standardversorgung - allerdings nur Festbeträge. Entsprechend fallen, genauso wie bei Arzneimitteln, nicht unerhebliche Zuzahlungen an. Was notwendig ist, legt das Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen fest. Hilfsmittel, die über diesen Leistungskatalog hinausgehen, können vom Arzt verordnet werden, werden aber privat in Rechnung gestellt.

Zu den wichtigsten medizinischen Hilfsmitteln zählen:
  • Bandagen und Kompressionsstrümpfe
  • Gehhilfen
  • Rollstühle und Rollatoren
  • Prothesen (sog. Körperersatzstücke)
  • Orthopädische Schuhe
  • Sehhilfen
  • Hörhilfen
  • Blutdruck- sowie Blutzuckermessgeräte
  • Überwachungsgeräte

Ob im Rahmen einer medizinischen Behandlung, nach Operation, Unfall oder auch im Alter: Heil- und Hilfsmittel beschleunigen den Heilungsprozess und erhalten die Mobilität - oder stellen diese wieder her. Notwendige Maßnahmen, die richtig ins Geld gehen können, besonders dort, wo bereits Praxisgebühr und Zuzahlungen für Krankenhausaufenthalte Ihr Budget merklich verschlankt haben.

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Was die private Zusatzversicherung so sinnvoll macht

Obwohl Belastungsgrenzen für Zuzahlungen existieren - aktuell bei 2% vom Bruttoeinkommen, für Chroniker bei 1% - meint brutto hier nicht Arbeitseinkommen oder Rente, sondern bezieht das komplette Familieneinkommen sowie bestehende Vermögenswerte mit ein. Wer längerfristig erkrankt, kämpft also nicht selten nicht nur gegen seine Krankheit, sondern zusätzlich mit einer Last finanzieller Verpflichtungen. Und muss Ersparnisse angreifen, die ursprünglich für anderes wie z. B. Altersvorsorge angedacht waren - oft nicht ohne Verluste. Besser vorbeugen, bevor es Sie kalt erwischt: Mit einer Absicherung, falls längerfristig oder dauerhaft Heil- und Hilfsmittel unverzichtbar werden. Eine Zusatzversicherung für medizinische Hilfsmittel übernimmt einen Kostenanteil - und reduziert somit Ihren Eigenanteil. So profitieren Sie auch von qualitativ wertigeren Hilfsmitteln, als der Katalog Ihrer gesetzlichen Krankenkasse vorsieht. Stellen Sie als gesetzlich Versicherter gewisse Ansprüche an Ihre Hilfsmittelversorgung? Dann ist dieses Versicherungsmodell eine attraktive Option.

Ein Beispiel: Sehhilfen

Eine Zusatzversicherung für Sehhilfen wie Brillen und Kontaktlinsen wird immer wichtiger: Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen nur noch bei Fällen schwerer Sehbehinderung; Kinder und Jugendliche bis zur 18 Jahre erhalten einen Zuschuss. Hier springt die Zusatzversicherung mit Beträgen bis etwa 300 Euro für Gestell und Gläser ein - was einer Erstattung von etwa 80 Prozent entspricht. Prämien sind - mit vielfach unter 10 Euro monatlich - überschaubar. Sie wünschen sich entspiegelte oder getönte Brillengläser? Bei solchen Brillen sind Sie nicht selten mit wenigstens 800 Euro dabei - eine spezielle Zusatzversicherung lohnt sich. Beachten Sie jedoch: In diesem Hilfsmittelbereich erfolgen Erstattungen nicht jährlich, sondern im Zwei- oder Dreijahreszeitraum - gemäß den Erfordernissen an die gewählte Sehhilfe, die in regelmäßigen Intervallen zu ersetzen ist.

Tarife und Leistungen gezielt vergleichen

Je nach gewähltem Tarif trägt die ambulante Krankenzusatzversicherung Kosten zu einem bestimmten Prozentsatz - diese Verträge schließen in der Regel auch Heilverordnungen wie Massagen und Krankengymnastik sowie Heilpraktiker Behandlungen mit ein. Als Versicherter entscheiden Sie selbst, welche Leistungen Ihr Basispaket ergänzen sollen bzw. wie hoch die Erstattung angesetzt wird. Ein Beispiel: Bei 80prozentiger Zuzahlungsübernahme und einer Höchstleistung von 1.100 Euro pro Jahr übernimmt Ihre Zusatzversicherung einen nicht unerheblichen Betrag, den Sie ansonsten allein schultern müssten. Nur wer sorgfältig vergleicht, findet eine nicht nur oberflächlich günstige, sondern auch leistungsstarke ambulante Krankenzusatzversicherung. Bedenken Sie bei der Tarifwahl, dass Kosten nicht immer in voller Höhe übernommen werden - auch nicht, nachdem der gesetzliche Festbetrag anrechnet wurde. Die Differenz ist dann aus eigenem Portemonnaie zu zahlen. Prüfen Sie, ob Sie dies im Ernstfall leisten können oder wollen. Auch dann, wenn Sie sich nicht mit Standardausführungen, z. B. Ihres Rollstuhls oder Hörgeräts, zufrieden geben möchten, sollte Ihr Tarif die Kostenübernahme bei höherwertigen Hilfsmitteln einschließen: Nur ein passgenauer, hochindividueller Tarif macht Sinn.

Seniorentarife nutzen

Obwohl Versicherer generell Grenzen in punkto Alter und Resultaten von Gesundheitsprüfungen setzen müssen, existieren inzwischen durchaus attraktive Tarifangebote für Rentner bzw. ältere Versicherte - damit Aufwendungen für die Vielzahl der im Alter benötigten Hilfsmittel nicht zur ersparnisfressenden Kostenfalle werden. Beachten Sie auch hier - wie bei anderen Privatversicherungen - dass vor Vertragsabschluss bestehende Krankheitsfälle meist nicht versichert sind. Und dass Sie eine gewisse Wartezeit überbrücken müssen, bis Sie in den Genuss von Leistungen kommen - aber dann mit medizinischen Hilfsmitteln in der privaten Krankenzusatzversicherung optimal versorgt sind.